Die Britzer Mühlenfreunde besuchen unsere Windmühle
Es ist schon seit Jahren eine gewisse Tradition: Die „Auszubildenden“ von der Britzer Mühle in Berlin machen zu Beginn ihrer zum Ausbildungsprogramm gehörenden „Niederlande-Woche“ ihren ersten Halt in Steinhude. Dieses Mal fand der Stopp am Himmelfahrtstag, den 14. 5. statt. Die beiden Windmüller Fred Wegener und Rüdiger Hagen begrüßten um kurz vor 11 Uhr die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zunächst wurde die Mühle erklärt und die stark interessierten Mühlenfreunde stiegen bis in den entlegensten Winkel der Mühlenkappe hinauf. Technische Vergleiche wurden gezogen und die Funktion des Bremsfahrstuhls in unserer Mühle weckte beispielsweise hohes Interesse, da die Britzer Mühle früher über eine ebensolche Einrichtung verfügt hat. Auch das leidige Thema der Windbehinderung infolge zunehmender Ansiedlung von Gebäuden und Anpflanzungen wurde lebhaft diskutiert, denn die Britzer Mühle befindet sich in einer ähnlichen Problemlage wie unsere „Paula“. Da wir leider seit kurzer Zeit einen Schaden an der Verkeilung der Flügel im Wellkopf haben, dessen Behebung noch vor dem Mühlenfest Pfingsten vorgesehen ist, konnte unsere Mühle nicht mit Windkraft in Betrieb genommen werden. Für das Mühlenfest haben wir aber zusammen Dinkel mit Walzenstuhl und Sichter zu feinem Vollkornmehl vermahlen, wozu der historische Elektromotor, der im kommenden Jahr 100 wird, als Antrieb diente. Der Besuch der Britzer Mühlenfreunde dauerte etwa 2 Stunden, dann ging die Fahrt weiter zur Mühle Heiligenrode bei Bassum, von dort ins Hotel und nächsten Morgen Richtung Niederlande.
Die Britzer Mühle ist ein zwölfeckiger Galerieholländer, der 1865 erbaut worden ist. Sie war eine der Berliner Mühlen, die nach Amerikanisch-Englischem System eingerichtet worden war und daher Merkmale des neuzeitlichen Mühlenbaus wie gusseiserne Getriebeteile, Jalousieflügel, Windrose, Mahlgänge mit Französischen Mühlsteinen sowie automatische Fördereinrichtungen in Form von Elevatoren besaß. Bis 1953 war die Mühle in Betrieb und wurde zur Bundesgartenschau 1985 umfassend restauriert. Seit 1988 werden hier Ehrenamtliche in der Bedienung und im Mahlbetrieb der Windmühle nach niederländischem System umfassend ausgebildet. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Unser Windmüller Rüdiger Hagen hat ein besonderes Verhältnis zur Britzer Mühle: Er war dort in der Vergangenheit mehrfach tätig, hat u. a. 2012 einen neuen Sechskantsichter für die Herstellung feiner Mehle für die Mühle gefertigt und eingebaut.
















Die Britzer Mühlenfreunde überraschten unsere beiden Windmüller mit einem Gastgeschenk, welches u. a. einen Sekt aus dem schönen Unstruttal mit den Initialien ihres Ausbildungskurses 21 enthält.

